Eigenarten der deutschen Sprache

 

Deutsche Sprache - schwere Sprache:

Wusstest Du dass es im Deutschen allein 10 Beugungsklassen für Gegenstandswörter (Substantive) gibt?

Und spätestens wenn beim zweiten Fall (Genitiv) aus der augenscheinlich weiblichen Person Mutter, welche deshalb die Mutter heißt, der Mutter wird, kann jeder Deutsch lernende Ausländer wohl nur noch den Kopf schütteln.

 

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Ein regelrechtes Eigenleben führt die Vorsilbe "ver-".

Sie verändert die ursprüngliche Bedeutung eines Wortes: Der Redner ver-spricht sich, der Busfahrer ver-fährt sich, der Musiker - ach du Schreck - ver-spielt sich. Es passiert also ein Fehler.

Das lässt viele gebräuchliche Worte in einem neuen Lichte erscheinen:

Beispielsweise könnte ein Politiker sowohl formulieren "Die Menschen können uns vertrauen" als auch "Die Menschen können uns trauen". In der Regel wird er die erste Formulierung wählen. Das sagt einiges aus, denn kein Mensch käme auf die Idee, bei einem Hochzeitspaar von der Vertrauung statt von der Trauung zu sprechen.

Ein anderes Beispiel: Warum heißt es eigentlich Ver-sicherung statt Sicherung? Da wundere sich noch jemand, dass das Hauptziel der Ver-sicherer ist, im Falle des Falles möglichst nichts zu zahlen.

Und manches Problem würde möglicherweise schneller gelöst, wenn sich Entscheidungsträger zunächst sammelten als gleich eine Ver-sammlung einzuberufen.

Und so weiter, und so weiter.

 

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Ein interessantes deutsches Wort ist "Feierlichkeit".

Aus dem Substantiv "Feier" wird durch die Nachsilbe "-lich" ein Adjektiv gebildet, um dieses danach durch die weitere Nachsilbe "-keit" wieder in ein Substantiv zu verwandeln.

Klingt sinnlos und umständlich.

Aber: Diese Unterscheidung hat einen Sinn! Einen gefühlten - denn eine Feierlichkeit hat meist nicht viel mit einer fröhlichen Feier zu tun, sondern stellt  in der Regel eher eine Pflichtveranstaltung dar, welche die meisten Beteiligten mehr oder weniger anödet...

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